ulrich berghäuser

Downhill & Marathon

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bericht: dm und ixs cup bad wildbad 2009

Max wird vize

Ganz klar, die abfahrt am Sommerberg in Bad Wildbad gilt als eine der anspruchvollsten im deutschen rennkalender. Die steinige, 1,9km lange strecke mit den vielen technischen Felspassagen, war dieses Jahr – nach 2007 – wiedermal austragungsort der deutschen meisterschaft.. Subtrobisches wetter mit sonne und gewitterschauern  war angesagt , aber mit einer schlammschlacht war eh nicht zu rechnen gewesen, da die felsen in sand eingebettet sind. Von der startrampe runter muss erstmal gekurbelt werden. Bevor das ‚Steinerne Meer’ auftaucht gilt es noch einen neuen roadgap zu meistern und über steine und zwei holzanlieger zu heizen. Die felsen lassen dann die qual der linienwahl und enden in einem ebenfalls neu erbauten gap. Danach taucht ein single trail artiger weg in den wald ein, wo die felsen nachlassen aber wurzeln und bäume hinzu kommen. Auch der anschliessende bereich mit vielen wurzelteppichen war neu. Durch den hasstunnel, eine sehr schnelle passage mit felsen links und rechts,  tauchte man erneut in ein neues wurzelstück. Von da geht es dann auf eine almartige wiese, wo wieder gekurbelt werden muss und einige holzbrücken zu überwinden sind, bevor es nach 230 Höhenmetern zum kurpark mit dem ziel heruntergeht. Eine echte herausforderung für fahrer und material stand an diesem wochenende also an.

          

Zwischen ziel im kurpark und start auf dem Sommerberg verkehrt ein shuttle service für die fahrer, der auch gut funktionierte.  Die zuschauer fahren im ½ stunden rythmus mit der Sommerberg standseilbahn in richtung start und fahrerlager, das oben auf einem parkplatz untergebracht ist. Von hier aus lässt es sich zu einer der schlüsselstellen ‚ dem ‚Steinerenen Meer’ herunterspazieren. Für  die camper im faherlager galt allerdings die warnung: Wollt Ihr heringe benutzen, so bringt eine Hilti (oder besser einen DeWalt akkuhammer) mit. Auch sind die duschen unten im ort, aber mit der bahn (€) zu erreichen. Zelten im kurpark war nicht, dafür gibt es jede menge pensionen und ferienwohnungen im ort.


Bei der deutschen meisterschaft  2007 legte Klausmann eine 3:22 bei feuchter strecke vor. Bei den lizenz junioren lag damals der lokal matador Benni Stasser mit 3:35 zwei sekunden vor Max Bender aus Lahnstein, der übrigens im finale des ixs cups an gleicher stelle 2008 die schnellste zeit des rennwochenendes hinlegte. Die amateur jugend konnte damals Domonik Mai  in sehr guten 3:58 für sich entschieden. All diese ehemaligen jugendfahrer sind mittlerweile in der ‚elite man‘ klasse angekommen und wollten dem Markus den 13ten titel streitig machen. Auch die derzeit führenden im ixs cup Erik Irmisch und Frank Schneider würden nicht kampflos das feld räumen. Der Rittershausen gewinner Andreas Sieber und der amtierende deutsche meister Andre Wagenknecht, der nach verletzungspause seine form noch nicht wiedergefunden hat, wollten beim titel ebenfalls eine wörtchen mitreden, was ein spannendes rennwochenende versprach.

   


Die Gravity Pilots waren mit 6 ridern angereist, in allen kategorien und mit verschiedenen erwartungen.
   Mäxchen machte als hardtail U19 wieder den anfang. Er hatte jede menge spass auf der selektiven strecke herunterzuhoppeln, auch wenn nicht alles glatt lief. Beim seeding platz 4  (5:55) und im rennen mit genommenem gap und vom ansager dort umschwärmt ebenfalls platz 4 (5:30). Mit den gesammelten punkten (90) steht er nun auf platz zwei der tabelle.
   Als nächster war Andy an der reihe. Mit `nem flotten überschlag lief er auf rang 22 (4:45) ein. Am Sonntag lief es dann besser und das pedaieren wurde mit position 15 (4:23) bei den free mastern, einer dose redbull und hot seat sowie 6 punkten belohnt Thale kann kommen !
   Ganz dumm lief es für Max. Nach drei stürzen kam er zwar ins ziel, wo ihn die sanis aber zur beobachtung ins Calver krankenhaus schickten, wo er die nacht verbringen musste. Zum glück war er am nächsten tag trotz brummendem schädel wieder auf den beinen um an der piste schicke fotos zu schiessen und um die gang anzufeuern. Schlechter erging es da leider dem Max Dickerhoff, der sich im seeding hinter dem drop sehr schwer verletzte, als er die kontrolle verlor und gegen einen baum knallte (gebrochener oberschenkel u.a.). An dieser stelle gute besserungswünsche auch an all die anderen, die wegen verletzungen das ziel nicht sahen.
  Bei seinem erst zweiten rennen, nach dem rookies cup in Winterberg, kam Markus recht anständig den doch sehr schwierigen berg hinunter. Rang 74 im seeding (4:44) und 65 im finale der free man (4:23). Fast hätten unsere senioren ziemlich alt gegen den neuling ausgesehen...

    

    Schon mit einem dicken knie angereist war Niklas. Er liess sich den spass trotzdem nicht verderben und rollte ohne gürtel und hosenträger über wurzel und fels den seeding auf platz 103 (5:56) . Mit viel, viel pizza gestärkt aber schmerzendem knie gings dann auch ins finale. Rang 100 (5:18), bei den elite man.
   Im letzen Jahr hatte hier Birk den Pokal abgeräumt. Das war noch in der hobby junioren klasse. Nun, bei der elite man hängt die latte natürlich ganz ganz hoch. Am Freitag hatte er noch sein laufrad und sein schaltwerk zerstört, was zur bastelstunde bis in den späten abend führte, während die anderen schon fröhlich in der wirtschaft tagten. Die strecke gefiel ihm gut und das zeigte er auch im seeding mit einem tollen 23 rang (3:41) bei der stärksten kategorie von 120 startern. Auch das sonntagstraining flutschte und Birk testete zwischendurch noch kurz ein Canfield brothers bike - auch ein anderer neuer zuverlässiger downhiller wäre ihm recht, damit er endlich mal konkurrenzfähiges material unterm hintern hat. Im finallauf war dann viel zuschauervolk angereist, was gut aussah und sich auch gut an hörte. Am ersten holzanlieger verkackte er die spur und kam dann anschliessend auch nicht mehr rein. Im felsenmeer ging er dafür mächtig ab, bis zum nächsten patzer am holz double. Dann liess Birk es richtig krachen. Ab durch den hasstunnel zum letzen wurzelfeld, wo das volk tobte. Auch dort liess er richtig die kuh fliegen (oder besser das pferd), kam aber bei den letzen zwei step ups vom rechten weg ab, was ihn nochmals viel zeit kostete, die zuschauermenge aber zum überkochen brachte. Er rettete noch eine 3:38 ins ziel was zum platz 41 reichte. Nach abzug der vor ihm liegenden ausländer bleibt ein rang 33 für die deutsche meisterschaft 2009. Nur mal so, zum vergleich: Wäre er noch als hobby man am start, hätte er den seeding gewonnen und hätte mit rang 3 auf dem treppchen gestanden – also hut ab.

     


In den vorderen rängen verblüffte Tommy Herrmann die konkurrenz mit platz 6 im seeding – am Sonntag wurde er dann auch prompt zur dopingkontrolle abgeführt ! Los zufall ? Viele anwärter fielen mit platten oder anderen defekten aus, und Klausmann (3:18) zeigte seine ambitionen sich den titel zurück zu holen mit einem 8 sekunden vorsprung vor Frank Schneider.
Richtig spannend machte es aber Max Bender im final run. Wegen platten im seeding von platz 59 startend, knallte er eine 3:13 den berg hinunter. Jetzt musste er im hotseat zittern. Der amtierend meister Andre Wagenknecht nur 3:31 (20er). Sieber 3:17 (5er), Strasser auf seiner heimstrecke und  im WC bisher gut unterwegs 3:20 (7er), Toroquier, der gewinner vom letztem jahr 3:16 (3er) Schneidi 3:17 (4er) und dann nur noch Klausmann. Und da kommt er:  3:09 - zum 13 mal deutscher meister! Auch bei den damen holt Antje Kramer (4:04) erneut den titel, obwohl sie hinter der schweizerin Miriam Ruchti nur zweite wird.
Bad Wildbad hat auf alle fälle wieder einmal klasse gezeigt und richtig spass gemacht, und alle freuen sich schon auf nächstes jahr und natürlich auch auf die nächste DM im gemütlichen Rittershausen...

      

 
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